Fuhrparkkosten senken: Diese Dinge werden oft übersehen – und kosten bares Geld

Ihr Fuhrpark wird jeden Monat teurer – aber Sie wissen nicht genau, warum? Dann lohnt sich ein genauer Blick. Denn größten Kosten entstehen nicht automatisch dort, wo die Rechnung am höchsten ist.

Zu wissen was der Fuhrpark kostet ist gut. Aber die entscheidende Frage lautet: Wo verliere ich jeden Monat unnötig Geld?

In diesem Beitrag zeigen wir sieben typische Kostenfresser – und wie Sie herausfinden, ob sie auch in Ihrem Fuhrpark eine Rolle spielen.

Die  häufigsten Kostenfresser im Fuhrpark

  1. Leerlaufzeiten
  2. Hoher Kraftstoffverbrauch
  3. Ungeplante Wartungen und Reparaturen
  4. Schlechte Fahrzeugauslastung
  5. Unnötige Fahrten
  6. Zu spät erkannte Fahrzeugprobleme
  7. Manueller Verwaltungsaufwand

Nicht jeder Punkt ist in jedem Unternehmen gleich wichtig. Genau deshalb sollten Sie nicht versuchen, überall gleichzeitig zu sparen. Ermitteln Sie stattdessen, wo tatsächlich vermeidbare Kosten entstehen. Wie Sie das angehen können erfahren Sie weiter unten im Beitrag.

1. Leerlauf: Wenn Fahrzeuge Geld verbrauchen, obwohl sie stehen

Ein Fahrzeug muss nicht fahren, um Kosten zu verursachen. Läuft der Motor während des Stillstands weiter, wird Kraftstoff verbraucht, obwohl keine Strecke zurückgelegt wird. Ein einzelner Vorgang fällt möglicherweise kaum auf. Bei mehreren Fahrzeugen und vielen Arbeitstagen kann sich das jedoch summieren.

Ein einfaches Beispiel:

Angenommen, zehn Fahrzeuge stehen im Durchschnitt täglich 30 Minuten unnötig mit laufendem Motor.

Das sind: 10 Fahrzeuge × 0,5 Stunden = 5 Stunden Leerlauf pro Tag.

Über 20 Arbeitstage ergeben sich bereits 100 Stunden Leerlauf im Monat. Wie hoch die tatsächlichen Kosten sind, hängt unter anderem vom Fahrzeug, Verbrauch und Kraftstoffpreis ab.

Was ist für Sie in der Praxis wichtig? Prüfen Sie:

  Welche Fahrzeuge haben besonders hohe Leerlaufzeiten?

  • Wann entsteht der Leerlauf?
  • Gibt es wiederkehrende Situationen?
  • Welche Fahrzeuge haben besonders hohe Leerlaufzeiten?
  • Ist der Leerlauf vermeidbar?

2. Kraftstoffverbrauch: Nicht jedes Fahrzeug fährt gleich teuer

Die Tankrechnung zeigt Ihnen, wie viel Sie für Kraftstoff bezahlen. Sie zeigt aber nicht automatisch, wo die Kosten entstehen. Unterschiede können beispielsweise durch Fahrstrecken, Einsatzgebiete, Leerlauf oder unterschiedliche Fahrzeugnutzung entstehen.

Deshalb lohnt sich die Frage:

Welches Fahrzeug verursacht besonders hohe Kraftstoffkosten – und gibt es dafür einen nachvollziehbaren Grund?

Wer diese Unterschiede kennt, kann gezielter handeln. Auch hier gilt: auffällige Fahrzeuge und Fahrten identifizieren.

Was ist für Sie in der Praxis wichtig? Prüfen Sie:

  • Verbrauch pro Fahrzeug
  • Fahrleistung
  • Leerlaufzeiten
  • ungewöhnliche Abweichungen
  • Entwicklung über mehrere Monate

Wichtig: Ein hoher Verbrauch ist nicht automatisch ein Problem. Ein Baustellenfahrzeug hat beispielsweise ein anderes Einsatzprofil als ein Servicefahrzeug. Entscheidend sind auffällige Abweichungen innerhalb vergleichbarer Fahrzeuge und Einsätze.

3. Wartungen: Teuer wird es oft, wenn Probleme zu spät auffallen

Wartungskosten lassen sich nicht komplett vermeiden und Reparaturen gehören zu jedem Fuhrpark. Aber: Ungeplante Ausfälle sind etwas anderes. Wenn ein Problem erst erkannt wird, nachdem das Fahrzeug ausfällt, entstehen möglicherweise zusätzliche Kosten:

  • kurzfristige Reparatur
  • Ersatzfahrzeug
  • Ausfallzeiten
  • Umplanung
  • zusätzlicher Verwaltungsaufwand

Was ist für Sie in der Praxis wichtig? Prüfen Sie:

  • Welche Reparaturen treten wiederholt auf?
  • Welche Fahrzeuge fallen besonders häufig aus?
  • Werden Wartungstermine zuverlässig eingehalten?
  • Gibt es wiederkehrende Probleme?

Praxistipp: Betrachten Sie Wartung nicht nur als Kostenposition. Sie ist auch eine Frage der Planbarkeit.

4. Fahrzeugauslastung: Ein Fahrzeug kostet auch im Stillstand

Ein Fahrzeug verursacht Kosten, auch wenn es nicht eingesetzt wird.

Versicherung, Finanzierung, Leasing, Wartung und Verwaltung laufen weiter.Deshalb lohnt sich regelmäßig ein Blick auf die tatsächliche Nutzung.

Welche Fahrzeuge werden häufig eingesetzt – und welche stehen einen großen Teil der Zeit?

Das bedeutet nicht automatisch, dass ein wenig genutztes Fahrzeug überflüssig ist. Ein Ersatzfahrzeug kann beispielsweise bewusst vorgehalten werden. Aber ohne Überblick bleibt eine wichtige Frage unbeantwortet: Passt die Größe Ihres Fuhrparks noch zu Ihrem tatsächlichen Bedarf?

Was ist für Sie in der Praxis wichtig? Prüfen Sie:

  • Wie häufig wird jedes Fahrzeug eingesetzt?
  • Gibt es Fahrzeuge mit dauerhaft geringer Auslastung?
  • Gibt es gleichzeitig Engpässe bei anderen Fahrzeugen?
  • Lassen sich Einsätze besser verteilen?

Praxistipp: Vergleichen Sie Fahrzeugauslastung und Einsatzplanung. Ein Fahrzeug kann wenig fahren, während ein anderes ständig ausgelastet ist.

5. Unnötige Fahrten: Jeder Kilometer kostet

Nicht jede zusätzliche Fahrt lässt sich vermeiden. Aber manche entstehen, weil Informationen fehlen oder Einsätze nicht optimal geplant werden.

Einige Beispiele:

  • Ein Fahrzeug fährt einen unnötigen Umweg.
  • Ein Auftrag könnte mit einem anderen Fahrzeug kombiniert werden.
  • Ein Mitarbeiter fährt zum Betrieb zurück, obwohl eine andere Lösung möglich wäre.
  • Ein Fahrzeug wird eingesetzt, obwohl ein anderes näher am Einsatzort ist.

Jeder zusätzliche Kilometer kostet nicht nur Kraftstoff, sondern auch: Zeit, Fahrzeugverschleiß und Arbeitszeit.

Was ist für Sie in der Praxis wichtig? Prüfen Sie:

  • Gibt es regelmäßig unnötige Leerfahrten?
  • Wie werden Fahrzeuge den Einsätzen zugeordnet?
  • Sind aktuelle Fahrzeugstandorte bekannt?
  • Können Fahrten besser gebündelt werden?

Praxistipp: Ein Überblick darüber, wo sich Fahrzeuge befinden, kann helfen, Einsätze sinnvoller zu koordinieren.

6. Fahrzeugprobleme: Was zu spät auffällt, wird oft teurer

Ein kleines Problem ist nicht automatisch eine große Reparatur. Aber je später ein Problem erkannt wird, desto schwieriger kann es werden, Kosten und Ausfallzeiten zu planen.

Das gilt beispielsweise für:

  • technische Auffälligkeiten
  • Wartungsbedarf
  • wiederkehrende Probleme
  • ungewöhnliche Fahrzeugnutzung

Der entscheidende Punkt ist deshalb: Probleme sollten möglichst sichtbar werden, bevor sie zum ungeplanten Ausfall werden.

Was ist für Sie in der Praxis wichtig? Prüfen Sie:

  • Welche Fahrzeuge sind besonders auffällig?
  • Welche Probleme wiederholen sich?
  • Werden Auffälligkeiten dokumentiert?
  • Sind wichtige Informationen für die Verantwortlichen schnell verfügbar?

Je besser der Fahrzeugstatus bekannt ist, desto leichter lässt sich entscheiden, wo Handlungsbedarf besteht.

7. Verwaltungsaufwand: Auch Arbeitszeit ist ein Kostenfaktor

Dieser Punkt wird häufig unterschätzt. Denn Verwaltungsaufwand steht selten auf einer einzelnen Rechnung.

Er steckt auch in:

  • Excel-Listen
  • manueller Dateneingabe
  • dem Zusammensuchen von Informationen
  • Rückfragen an Fahrer
  • der Kontrolle von Fahrzeugdaten
  • Termin- und Fristenverwaltung
  • der Weitergabe von Informationen

Eine einzelne Aufgabe dauert vielleicht nur wenige Minuten. Doch in Summe ist es vermeidbarer Aufwand, zumal es zunehmend schwieriger wird den Überblick zu behalten und man läuft Gefahr vom Tagesgeschehen gesteuert zu werden, statt es zu steuern.

Und nun? Wo anfangen?

Sie müssen nicht sofort den gesamten Fuhrpark analysieren.

Starten Sie mit drei einfachen Fragen:

1. Wo entstehen die höchsten Kosten?

Zum Beispiel Kraftstoff, Wartung oder Fahrzeuge.

2. Wo entstehen regelmäßig kleine Kosten?

Hier verstecken sich oft die Kosten, die im Alltag kaum auffallen.

3. Wo fehlt Ihnen der Überblick?

Denn genau dort wird es schwierig, Ursachen zu erkennen und Maßnahmen zu treffen.

Anleitung für eine kurze Analyse:

Schritt 1:
Erfassen Sie die wichtigsten Kosten Ihres Fuhrparks:

  • Kraftstoff
  • Wartung und Reparaturen
  • Versicherung
  • Leasing oder Finanzierung
  • Reifen
  • Ausfallkosten
  • Verwaltungsaufwand

Schritt 2: Auffälligkeiten suchen

Fragen Sie: Wo weicht ein Fahrzeug, eine Fahrzeuggruppe oder ein Prozess deutlich vom Durchschnitt ab?


Schritt 3: Einen Anfang finden

Versuchen Sie nicht, alles gleichzeitig zu verändern. Wählen Sie einen Bereich aus und prüfen Sie:

Wie häufig tritt das Problem auf?

Was verursacht es?

Was würde sich ändern, wenn wir es reduzieren?

So wird aus einer allgemeinen Absicht – „Wir müssen Kosten sparen“ – eine konkrete Maßnahme.

Die mobileObjects-Praxisbox

Checkliste

  • Leerlaufzeiten der Fahrzeuge prüfen
  • Kraftstoffverbrauch vergleichen
  • Wartungs- und Reparaturkosten betrachten
  • Fahrzeugauslastung prüfen
  • unnötige Fahrten identifizieren
  • wiederkehrende Fahrzeugprobleme erkennen
  • manuellen Verwaltungsaufwand erfassen

Fuhrparkkosten lassen sich nicht sinnvoll senken, wenn niemand weiß, wo sie entstehen.

Deshalb muss der erste Schritt nicht unbedingt eine neue Sparmaßnahme sein. Der erste Schritt ist: Überblick schaffen.

Häufige Fragen zu Fuhrparkkosten

Wie kann man Fuhrparkkosten senken?

Indem Sie zuerst sichtbar machen, wo Kosten entstehen. Typische Ansatzpunkte sind Kraftstoffverbrauch, Leerlauf, Fahrzeugauslastung, Wartung, unnötige Fahrten und Verwaltungsaufwand.

Welche Kosten entstehen bei einem Fuhrpark?

Zu den wichtigsten Kosten zählen unter anderem Kraftstoff, Leasing oder Finanzierung, Versicherung, Wartung, Reparaturen, Reifen, Steuern und Verwaltung. Hinzu kommen indirekte Kosten durch Ausfallzeiten und unnötigen Arbeitsaufwand.

Wie lassen sich Kraftstoffkosten im Fuhrpark reduzieren?

Prüfen Sie zunächst Verbrauch und Fahrleistung der einzelnen Fahrzeuge. Auffällige Werte können beispielsweise durch Leerlauf, Einsatzprofil oder ungewöhnliche Nutzung entstehen.

Wie kann man Leerlaufkosten berechnen?

Multiplizieren Sie die Leerlaufzeit mit dem durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch während des Leerlaufs und dem aktuellen Kraftstoffpreis. Für eine realistische Betrachtung sollten Sie mehrere Fahrzeuge und einen längeren Zeitraum betrachten.

Wie kann man die Fahrzeugauslastung verbessern?

Vergleichen Sie, wie häufig die einzelnen Fahrzeuge tatsächlich eingesetzt werden. So erkennen Sie Fahrzeuge mit niedriger Auslastung und können prüfen, ob Einsätze besser verteilt oder Fahrzeuge anders eingeplant werden können.

Wie lassen sich Wartungskosten reduzieren?

Regelmäßige Wartung kann helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Zusätzlich lohnt sich eine Analyse wiederkehrender Reparaturen und Ausfälle, um auffällige Fahrzeuge oder Probleme zu identifizieren.

Wie kann man Fuhrparkkosten analysieren?

Starten Sie mit den wichtigsten Kostenpositionen und vergleichen Sie diese über einen längeren Zeitraum. Besonders hilfreich sind Werte pro Fahrzeug und auffällige Abweichungen.

Welche Kennzahlen sind für einen Fuhrpark wichtig?

Je nach Fuhrpark können beispielsweise Kraftstoffverbrauch, Leerlaufzeit, Kilometerleistung, Fahrzeugauslastung, Wartungskosten und Ausfallzeiten relevant sein. Wichtig ist nicht, möglichst viele Kennzahlen zu sammeln, sondern die richtigen für die eigenen Ziele.

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